Inhalt
Migration zu TYPO3: Ablauf, Dauer und Kosten
Eine Migration zu TYPO3 dauert je nach Umfang ein bis drei Wochen (sehr einfache Website), drei bis acht Wochen (mittelständisches Unternehmen) oder zwei bis vier Monate (komplexe Auftritte). Der größte Aufwand liegt fast immer bei der Datenmigration, weil WordPress und TYPO3 Inhalte unterschiedlich strukturieren. Wichtig für die Planung: Migration ist nicht Relaunch – wer gleichzeitig das Design ändert, muss deutlich mehr Zeit einplanen. KI-gestützte Werkzeuge beschleunigen inzwischen sowohl die Umwandlung als auch die Qualitätskontrolle danach.
Der wichtigste Unterschied: Migration oder Relaunch?
Das wird häufig vermischt, und es hat große Auswirkungen auf Zeit und Budget.
Migration bedeutet: Design, Layout und Seitenstruktur bleiben erhalten, nur das System wechselt. Die Website sieht danach aus wie vorher, läuft aber auf TYPO3.
Relaunch bedeutet: Design, Seitenstruktur oder Sprachlogik ändern sich. Das ist ein eigenes Projekt mit Konzept-, Design- und Contentphase – und dauert entsprechend länger.
Beides lässt sich kombinieren, sollte aber bewusst entschieden und nicht nebenbei mitgenommen werden.
Wie lange dauert eine Migration?

Die Spanne hängt an drei Faktoren: der Menge an Inhalten, der Komplexität individueller Logiken – und daran, welcher Page Builder vorher im Einsatz war.
Der letzte Punkt wird regelmäßig unterschätzt. Wurde die alte Seite mit einem Builder gebaut, müssen dessen Bausteine in TYPO3 erst als Content-Typen entstehen, bevor überhaupt ein Inhalt umziehen kann. Das betrifft vor allem Elemente, die in WordPress-Buildern mitgeliefert werden und in TYPO3 nicht im Standard enthalten sind: Slider, Akkordeons, Tab-Elemente, Galerien, Teaser-Raster. Jedes davon muss entweder individuell entwickelt oder über eine passende Extension abgebildet werden – und dann so, dass Redakteure es später auch bedienen können.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Analyse und Planung
Was ist der aktuelle Stand, was muss migriert werden, wo gibt es benutzerdefinierte Logiken? Diese Phase entscheidet über die Realitätsnähe aller folgenden Schätzungen. - TYPO3 einrichten
Extensions installieren, Content-Typen definieren, Layout übernehmen. Wenn die Ausgangsseite mit einem Builder gebaut wurde, entstehen hier die Entsprechungen für dessen Blöcke. - Datenmigration
Der aufwendigste Teil. Ein Teil lässt sich automatisiert übernehmen, anderes muss individuell über Datenbankabfragen gelöst werden – WordPress und TYPO3 gehen unterschiedlich mit Daten um. Wer hier spart, zahlt später mit inkonsistenten Inhalten. - SEO berücksichtigen
Alle bestehenden URLs erfassen und weiterleiten, Metadaten übernehmen, Sitemaps neu erzeugen, interne Verlinkungen prüfen. Dieser Schritt entscheidet darüber, ob die Sichtbarkeit den Umzug übersteht. - Testen und Go-Live
Funktionen, Darstellung, Weiterleitungen, Formulare – vor der Veröffentlichung, nicht danach.
Wo KI die Migration heute schon schneller macht
Datenmigration ist Handwerk mit hohem Wiederholungsanteil – und genau dort setzen wir inzwischen KI-gestützte Werkzeuge ein. Nach Rücksprache mit dem Kunden und nur dort, wo es datenschutzrechtlich sauber ist: Kundendaten gelangen nicht ohne Auftragsverarbeitung und explizite Freigabe in externe Systeme.
Der Effekt zeigt sich an zwei Stellen. In der Migration selbst, wo sich wiederkehrende Umwandlungsschritte deutlich effizienter erledigen lassen als von Hand. Und in der Qualitätskontrolle danach – aus unserer Sicht der unterschätzte Teil: Ob wirklich alle Inhalte vollständig und korrekt angekommen sind, lässt sich bei einigen hundert Seiten manuell kaum zuverlässig prüfen. Automatisierte Abgleiche finden fehlende Felder, abgeschnittene Texte, verlorene Verknüpfungen und kaputte Links, bevor sie jemand im Live-Betrieb entdeckt.
Die Entscheidungen trifft weiterhin ein Mensch, und jede Auffälligkeit wird geprüft, bevor sie korrigiert wird. Aber die Fleißarbeit, die früher Tage gekostet hat, kostet heute Stunden.
Was ihr über das Backend wissen solltet
Das TYPO3-Backend ist komplizierter und weniger übersichtlich als das von WordPress. Redakteure brauchen mehr Einarbeitung. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber ein Faktor, den man ehrlich einplanen sollte – gerade wenn viele Personen pflegen.
Wir lösen das mit einer Schulung vor dem Go-Live und einem Video, das den Umgang konkret an der neuen Website zeigt. Das Video bleibt – auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die erst in zwei Jahren dazukommen.
Was die Kosten bestimmt
Dauer und Kosten hängen von Größe und Komplexität ab. Die wichtigsten Treiber:
- Menge und Struktur der Inhalte – je mehr individuelle Datenstrukturen, desto mehr Handarbeit in der Migration
- Individuelle Logiken – Formulare, Schnittstellen, Login-Bereiche, Berechnungen
- Sprachen – jede zusätzliche Sprache erhöht den Migrations- und Prüfaufwand
- Ausgangssystem – eine sauber gebaute WordPress-Seite migriert schneller als ein Builder-Projekt mit hundert Plugins
- Migration oder Relaunch – der größte einzelne Faktor
Häufige Fragen
Kann man Inhalte automatisch von WordPress zu TYPO3 migrieren?
Teilweise. Standardinhalte lassen sich automatisiert übernehmen, individuelle Strukturen brauchen eigene Datenbankabfragen. Eine vollständige Automatisierung gibt es nicht, weil beide Systeme Inhalte grundlegend anders ablegen.
Verlieren wir bei der Migration unsere Google-Rankings?
Nicht, wenn Schritt 4 sauber gemacht wird: alle URLs erfassen, vollständig weiterleiten, Metadaten übernehmen. Ein temporäres Schwanken in den ersten Wochen ist normal, ein dauerhafter Einbruch nicht.
Setzt ihr bei der Migration KI ein?
Ja, nach Rücksprache und wo es datenschutzrechtlich passt – vor allem bei wiederkehrenden Umwandlungsschritten und bei der Qualitätskontrolle nach dem Umzug. Kundendaten gelangen nicht ohne Auftragsverarbeitung und Freigabe in externe Systeme, und geprüft wird jede Auffälligkeit von Hand.
Sollen wir Migration und Relaunch zusammen machen?
Das kann sinnvoll sein, verdoppelt aber Aufwand und Risiko. Wenn das Design noch trägt, ist die reine Migration der schnellere Weg – der Relaunch kann später folgen.
Und wenn wir von TYPO3 weg wollen?
Das ist der umgekehrte Fall und für viele Unternehmen der richtige.




